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Flüchtlinge in der Ausbildung

„Ein Fremder ist ein Freund, den man nur noch nicht kennt“

Dieses irische Sprichwort beschreibt den Wandel in Europa und besonders in Deutschland wohl so treffend wie kaum eine andere Aussage. Seit 2013 waren so viele Menschen auf der Flucht wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Die Zahl erreichte 2016 ihren Höchststand. Die Flüchtlingskrise – unleugbar ein Teil unseres Alltags.

Doch wie können wir diese Krise zu einem Gewinn machen? Wie können wir Menschen in ihrer Ausbildung unterstützen und dabei trotzdem einen Mehrwert für das eigene Unternehmen erzielen? Warum lohnt es sich Flüchtlinge als Auszubildende in Betracht zu ziehen und welche Unterstützung gibt es hierfür von staatlicher Seite? Wir sind diesen Fragen in dem Wirrwarr von Informationen auf den Grund gegangen.

Flüchtling ist nicht gleich Flüchtling

Das Gesetz unterscheidet zwischen drei unterschiedlichen Gruppen. Der Status des Flüchtlings ist entscheidend dafür, ob er überhaupt als Auszubildenden beschäftigt werden darf. Hierüber gibt der Bescheid des BAMF oder die ausgestellte Bescheinigung der Ausländerbehörde Aufschluss.

Anerkannte Flüchtlinge:
Das Asylverfahren ist abgeschlossen, eine Aufenthaltserlaubnis wurde erteilt. Eine betriebliche Ausbildung ist ohne Einschränkung möglich.

Asylbewerber:
Das Asylverfahren ist in noch nicht abgeschlossen, allerdings wurde eine Aufenthaltsgestattung erteilt. Eine duale Ausbildung darf ab dem 4. Monat aufgenommen werden, sofern die Ausländerbehörde dies erlaubt.

Geduldete Personen:
Der Asylantrag wurde abgelehnt, eine Abschiebung ist allerdings nicht möglich. Der Bewerber kann ab dem Tag der Erteilung der Duldung eine duale Ausbildung beginnen, soweit die Erlaubnis der Ausländerbehörde vorliegt.

5 Gründe, warum es sich lohnt Flüchtlinge auszubilden

Zunächst fallen einem Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede sowie Bürokratieaufwand ein, die für die Ausbildung von Flüchtlingen unabstreitbare Herausforderungen mit sich bringen. Zeitgleich bieten sich aber auch neue Chancen und das nicht nur für Flüchtlinge. Auch der Ausbildungsbetrieb profitiert von einer solchen Ausbildung.

Flüchtlinge …

  • sind die potenzielle Fachkräfte von morgen und tragen dazu bei Fachkräftelücken – besonders im technischen Bereich – zu schließen
  • bringen neue Blickwinkel ein wie z.B. wertvolle Fremdsprachenkenntnisse und andere Arbeitsweisen
  • bringen häufig viel Motivation und Zielstrebigkeit mit
  • sorgen für Diversity im Unternehmen, was die Kreativität und Produktivität steigert
  • bedeuten einen großen Imagegewinn für das Unternehmen, welches einen wertvollen Beitrag zur Integration leistet

Herausforderungen gemeinsam angehen

Unternehmen die Flüchtlinge ausbilden möchten, müssen sich den zusätzlichen Herausforderungen nicht alleine stellen. Die Bundesagentur für Arbeit bietet zahlreiche zusätzliche Fördermöglichkeiten an.

Assistierte Ausbildung (AsA):
Durchgängige Hilfestellung für Betriebe bei Verwaltung, Organisation und Durchführung der Ausbildung sowie Begleitung im Betriebsalltag und Sprachunterricht.

Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH):
Punktuelle Unterstützung junger Menschen in einer Berufsausbildung oder Einstiegsqualifizierung individuell und bedarfsgerecht, um einem Ausbildungsabbruch vorzubeugen durch Wissensvermittlung (Allgemeinbildung, Fachtheorie, Sprachunterricht) und sozialpädagogische Begleitung.

Einstiegsqualifizierung (EQ):
Im geförderten Langzeitpraktikum können Arbeitgeber testen, welche Bewerber sie in eine Regelausbildung übernehmen können, ob die nötige Ausbildungsreife, gewünschte Eignung und Motivation vorliegt. Dauer: mindestens 6, maximal 12 Monate. Die Agentur für Arbeit gewährt einen Zuschuss zur monatlichen Vergütung und eine Pauschale zum Sozialversicherungsbeitrag.

Eingliederungszuschuss (EGZ):
Unterstützt die Beschäftigung von Mitarbeitern, bevor diese über gewünschte berufliche Erfahrungen und Kenntnisse verfügen.

Mehr Informationen zu den einzelnen Fördermöglichkeiten und den jeweiligen Voraussetzungen erteilt die Bundesagentur für Arbeit.
Das Ausbilden von Flüchtlingen ist also mit einem gewissen Mehraufwand für beide Parteien verbunden, bringt aber gleichzeitig auch einen deutlichen Mehrwert. Eine klassische Win-win-Situation. Warum es also nicht mal versuchen?

Gerne stellen wir auch Kontakt zu anderen Ausbildungsbetrieben her, die die Herausforderungen mit dem Einstellen und der Begleitung von Flüchtlingsazubis bereits erfolgreich gemeistert haben. Rufen Sie uns an unter 0221/42363535.

Tags: Flüchtlinge,Ausbildung,Azubis,Flüchtlingsazubis