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Nicht noch ein Beitrag über Generation Y

Das Thema “Generation Y” ist aktuell ein beliebtes Thema in der Personalerwelt. Die Betrachtung der Gruppe der Auszubildenden wird dabei aber meist völlig vernachlässigt.

Das Trendthema „Generation Y“ als Nachfolgegeneration der Generation X und mittlerweile von vielen Personalern als die „Generation Why?“ (Generation Warum) genannt, ist aktuell in aller Munde.

Häufig werde ich, Claudia Schmitz, zu meiner Meinung zum Thema befragt, halte Vorträge oder berate Unternehmen in ihren Auswahlprozessen. Zudem bin ich selbst – rein statistisch gesehen – Teil dieser Generation der nach 1980 Geborenen.

Die Generation ist auf Sinnsuche und fragt sich, warum soll ich dieses oder jenes tun. Warum ist dieser Beruf gut für mich? Wohin bringt er mich?

Die Generation Y ist jedoch differenziert zu betrachten. Besonders wenig Augenmerk wird hier die Gruppe der Auszubildenden gelegt. Man geht davon aus, dass nur 20-30% der Generationsmitglieder dem Klischee entsprechen und auf aktiver Sinnsuche sind. Der Rest verfolgt seinen Weg ganz individuell. In Gesprächen mit Auszubildenden und jungen Berufseinsteigern dieser Generation wird deutlich: Es gibt sie nicht – Die Generation Y.

Nur wenige Auszubildende wollen in die große, weite Welt und sind ständig auf Sinnsuche, aber es wird deutlich, sie hinterfragen ihre Aufgaben mehr. Was aus meiner Sicht eine positive Entwicklung ist und zur Bindung an ihr Unternehmen beiträgt.

Das bedeutet auch, dass Auszubildende nicht unbedingt nach „Homeoffice“, „Sabbatical“ und „KiTa“ fragen. Denn auch das ist nicht in jedem Arbeitsbereich und Geschäftsmodell, besonders in produzierenden Unternehmen, umsetzbar.
Was aber deutlich wird: Der Druck, den sich engagierte, junge Mitarbeiter machen ist groß. Alle Türen stehen offen und der Begriff „Krise“ ist in aller Munde. Leider fehlt uns den Hauch einer Ahnung, wie wir uns auf all das vorbereiten und wie wir mit dem Wandel umgehen sollen. So verwundert es nicht, dass junge Mitarbeiter insbesondere Azubis nicht mehr so mobil sind wie ihrer Vorgängergeneration X und sich „zu Hause“ in Sicherheit wiegen.

Hierbei müssen Unternehmen Aufklärung betreiben, dass Sicherheit auch bedeuten kann, weg von Bekanntem hinzu neuen Dingen. Die bedeutet individuelle Kommunikation mit jedem einzelnen Mitarbeiter.

Der in diesem Zusammenhang immer genannte Fachkräftemangel hat weniger mit der Generation Y als mit dem Demografiewandel zu tun. Wenn man schon die Wahl hat, dann sucht man sich auch den „Laden“ aus, für den man die Hauptzeit seines Lebens tätig ist. Dennoch betrifft dies nur spezielle Branchen und auch hier hängt beispielsweise die Attraktivität eines Ausbildungsberufes nicht zwingend vom Beruf selbst, sondern vom Verdienst, den Aufstiegschancen und dem Image des Unternehmens ab. Erschwerend kommt hinzu, dass viele junge Menschen nicht wissen, was sie einmal werden möchten und sich damit mit der Berufswahl Zeit lassen, die ihnen ja auch gegeben wird.

Wussten Sie damals mit 16 oder 18 Jahren genau, was sie werden möchten? Die wenigstens wissen und wussten es. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele potenzielle Auszubildende den Weg ins Studium wählen, um die Zeit zur Entscheidung zu verlängern und weil sie sich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und damit Sicherheit in dieser sich wandelnden Gesellschaft erhoffen.

Hierbei können auch Unternehmen bereits in Schulen Aufklärungsarbeit über die Vorteile von Ausbildung leisten und den Vergleich zum Studium aufzeigen.

Dennoch ist es gut, dass die „Sinnsuche der Generation Y“ eine Debatte in Unternehmen ausgelöst hat, die die Arbeitswelt meiner Meinung nach nicht komplett verändern, aber dennoch prägen wird. Einige Unternehmen verfolgen bereits seit Jahren einen stärkenorientierten Ansatz in der Mitarbeiterführung und fokussieren sich hierbei auf die Stärken jeden Mitarbeiters und setzen ihn gezielt ein. Jedoch wird damit erst begonnen, wenn der Mitarbeiter bereits einiges geleistet hat oder Führungskraft ist. Gezielte Mitarbeiterführung beginnt bereits in der Ausbildung und damit in der Begleitung der Auszubildenden in ihrer persönlichen Entwicklung.

Mein Tipp: Yolo – You only live once. (Jugendwort des Jahres 2012)
Schauen Sie, was jeder einzelne Azubi, Berufseinsteiger und Mitarbeiter dieser Generation kann. Unterstützen Sie ihn in seiner eigenen Entfaltung. Führen Sie stärkenorientiert und nicht nur diese Mitarbeitergruppe, sondern jeder Mitarbeiter wird einen Sinn in seiner Arbeit sehen und damit produktiver sein.

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