Trends 2020 in der Berufsausbildung

Womit werden wir uns 2020 beschäftigen müssen. Wir haben uns damit beschäftigt, welche Themen im nächsten Jahr anstehen.

In Gesprächen mit Ausbildungsverantwortlichen und noch viel mehr der Beobachtung von Zukunftstrends aus den Bereichen Arbeitswelt 4.0, Digitalisierung und HR sehen wir im nächsten Jahr verschiedene Themen stärker im Fokus.

Vorweg ein Hinweis: Bei der Ausarbeitung dieser Trends und Themen in 2020 sind wir uns nicht immer sicher gewesen, ob dies von uns formulierte Wünsche oder wirklich Themen sind, mit denen sich Ausbildungsverantwortliche beschäftigen werden oder sollen. Im besten Fall gehen unsere Wünsche mit den anstehenden Themen überein.

Neue Zielgruppen

Während man noch in einigen Berufsfeldern in der öffentlichen Diskussion darum streitet, ob es diesen Fachkräftemangel überhaupt gibt und was möglich Ursachen sind, ist dieser in der Berufsausbildung in 2020 nun bei jedem Unternehmen und jeder Institution angekommen. Kleinere Unternehmen finden keine Azubis mehr, größere Unternehmen stehen in Konkurrenz zueinander und finden keine passenden Bewerber mehr. Zudem erfordert der demografische Wandel in größeren Firmen nun auch einen erhöhten Bedarf an Bewerbern. Damit werden Ausbildungsbetriebe nun verstärkt dazu gezwungen, neue Zielgruppen wie Azubis in Teilzeit, Umschüler, Flüchtlinge und Schüler aus prekären Milieus und niedrigeren Bildungsniveaus  zu erschließen und diese zu erreichen. Diese bedürfen ganz anderer Unterstützung, angefangen von Schreibwerkstätten, Deutschunterricht bis hin zu sozialer, privater Hilfestellung.

Zudem werden Eltern stärker in den Bewerbungsprozess auch als Zielgruppe für Marketingaktivitäten einbezogen.

Individuelle Lösungen

Grundsätzlich setzen immer mehr Ausbildungsbetriebe darauf, Lösungen für individuelle Herausforderungen zu finden. Bis jetzt gehen noch viele Ausbildungsverantwortliche davon aus, dass Schüler sich glücklich schätzen können, die Ausbildung im eigenen Betrieb zu durchlaufen. Unternehmen müssen jedoch mehr darauf schauen, was Schüler davon abhält. Arbeitsbeginn um 6 Uhr morgens und keine ausreichende öffentliche Verkehrsanbindung? Bieten Sie Shuttle-Busse oder die Organisation von Fahrgemeinschaften an. Sie sitzen in einer Stadt und die Wohnungssuche ist für Auszubildende besonders herausfordernd? Bieten Sie Unterstützung bei der Wohnungssuche an oder organisieren Sie eine Azubi-WG.

Aus der sozialen Verantwortung kommen Ausbildungsbetriebe nicht mehr heraus. Innovativ wäre an dieser Stelle in größeren Betrieben eine Psychologen bzw. Sozialpädagogen einzustellen, wie es an Schulen bereits der Regelfall ist. 

Unverständnis haben wir dafür, dass bis jetzt auch noch kein Unternehmen einen durchgängigen Bindungsprozess entwickelt hat. Viele gute ausgelernte Auszubildende gehen ins Studium. Ein Trend, der nur bedingt aufzuhalten ist. Ausbildungsverantwortliche müssen einen guten Offboarding-Prozess entwickeln, bei dem ausgelernte Auszubildende durch Werkstudententätigkeit und andere Aktivitäten ans Unternehmen bis nach dem Studium gebunden werden.

Lernschwache begleiten

Lernschwache und Auszubildende aus sozial schwierigen Verhältnissen sind nun immer häufiger auch in der Berufsausbildung zu finden. Auch psychische Erkrankungen nehmen bei Auszubildenden aktuell stark zu.

Diese benötigen eine besondere Unterstützung, wie bereits oben auch schon genannt. Ausbildungsbetriebe müssen ihre Vermittlung der Inhalte auch stärker auf diese Zielgruppen anpassen. Sei es durch engere Betreuung, häufigere Wiederholung, andere Lernformate, persönliche Betreuung der privaten und sozialen Themen.

Ganzheitliche Ausbildung

Die Ausbildung gewinnt durch den Fachkräftemangel und die Nachwuchssicherung wieder an Bedeutung. Das ändert auch die aktuell noch weitverbreitete Vorgehensweise von Insellösungen und Einzelaktivitäten. Viele Ausbildungsbetriebe gehen nun das Thema Ausbildung ganzheitlicher an. Praktisch bedeutet das die Entwicklung einer Ausbildungsstrategie mit verschiedenen Taktiken, der Differenzierung von Zielgruppen und zusätzlich einem klaren Controlling. Das bedeutet beispielsweise der Erfolg von einzelnen Marketingmaßnahmen wird gemessen oder die Kosten pro Einstellung (Cost per Hire) werden als Kennzahlen genommen. Ausbildungsverantwortliche, die sich über mangelnden Rückhalt von Vorgesetzten beklagen, haben insbesondere in den Zahlen und Argumente mehr Ressourcen zu bekommen.

Digitalisierung in der Ausbildung

Das Smartphone ist der tägliche Begleiter von jungen Menschen für ihre Kommunikation, Informationsbeschaffung und Organisation. Als Ausbildungsbetrieb muss ich Chancen und Herausforderungen ausloten, wie wir mit digitalen Ausbildungsmethoden umgehen wollen als auch welche digitalen Tools in Frage kommen. 

Personen mit Lernschwächen oder längerfristigem Ausfall sowie psychischer Erkrankungen können Lerninhalte damit individueller vor- und nachbereiten.

Zusätzlich gilt es sich auch wieder unter dem ganzheitlichen Ansatz Gedanken darüber zu machen, welche Berufsbilder in der Fachbereichen ändern sich und was muss in der Ausbildung dazu bereits vermittelt werden.

Bezogen auf das Thema Azubi-Marketing bedeutet das weniger auf allen Social Media Plattformen präsent zu sein, sondern sich eher nach der Zielgruppe zu richten. Darüber hinaus werden in 2020 viele Ausbildungsbetriebe ihre Hausaufgaben machen und eine “vernünftige” Webseite zur Information und zur Bewerbung besitzen.

Beim Einsatz von digitalen Ausbildungsmethoden verändert sich auch die Rolle der Ausbilder und Ausbildungsbeauftragten. Sie müssen Vorbild sein und selbst digitale Kompetenzen mitbringen. Diese dabei zu unterstützen wird zukünftig weiterhin Aufgabe sein.

Wir sind gespannt, was wir im nächsten in der dualen Berufsausbildung alles erleben werden und sind gespannt auf Ihre Beispiele.

Schauen Sie sich auch zum Thema das knapp 19minütige Video an:

Für alle Podcast-Liebhaber ist das Audio auch unter den gängigen Podcasts unter “Ausbilder 4.0” zu finden oder direkt hier:

Sollten Sie dazu Fragen haben oder Unterstützung benötigen, melden Sie sich gerne bei uns. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf unter 0221/630616350 oder kontakt@intercommotion.de.

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