Konsument 4.0 – Kaufverhalten und Einfluss auf das Employer Branding

Das Kaufverhalten der jungen Generation unterscheidet sich von dem älterer Generationen. Zusätzlich hat das Produkt bzw. der Markenname des Unternehmens einen ansteigenden Einfluss auf das Employer Branding.

Also Konsument 4.0 wird der Kunde bezeichnet, der der jüngeren (digitalen) Generation angehört. Das 4.0 steht in diesem Zusammenhang für den digitalen Kunden – angelehnt an Industrie 4.0.

Die junge Generation wird auch als Generation Z bezeichnet und ist nach unterschiedlichen Definitionen nach 1995 geboren.

Sie bilden die aktuelle Jugend bis hinzu Berufseinsteigern von Auszubildenden, Studierenden und Dualen Studenten. 

Ihre Lebenswelt ist digital geprägt. Das bedeutet sie organisieren ihren Alltag, lernen, informieren sich, tauschen sich aus, motivieren sich und spielen – und das über das Smartphone oder andere mobile Endgeräte.

Die kürzlich erschienene 18. Shell Jugendstudie hat das Verhalten von 12-25jährigen untersucht und mit Jugendlichen der vorhergehenden Studien verglichen. 
Eine kurze Zusammenfassung findest du auch in unserem Blogartikel: Shell Jugendstudie 2019 – Was bedeuten die Ergebnisse für die Duale Berufsausbildung?
 
Neben einem starken Politikinteresse der aktuellen Jugendgeneration sind insbesondere das Thema Nachhaltigkeit und Digitalisierung besonders wichtig.
 
Nachhaltigkeit ist in der deutschen Gesellschaft aktuell ein wichtiges Thema, was einige Unternehmen gerade annehmen und durch nachhaltigere Verpackungen, einfachere Transportwege, fairer Umgang mit Lieferanten und neue Produkte aufgreifen. Das trifft bei einigen Konsumenten auf großen Zuspruch.
Wie nachhaltig ist die junge Käufergeneration und ist der Konsument 4.0 wirklich so nachhaltig orientiert wie in der Studie erhoben?
 
Ja und Nein.
Es lohnt eine Differenzierung. Laut der Sinus Jugendstudie können auch Jugendliche in verschiedene Milieus einkategorisiert werden. Angelehnt an diese Milieus bin ich der Meinung, dass das Thema Nachhaltigkeit für einige Milieus eine besondere Rolle spielt und für andere weniger.
Insbesondere Jugendliche mit höherem Bildungsstand aus dem sozialökologischen Milieu interessieren sich für Nachhaltigkeit und konfrontieren damit auch ältere Generationen. Konsumenten, die den niedrigeren Bildungsschichten angehören, beschäftigen sich eher weniger damit und berücksichtigen dies nicht bei ihrem Kaufverhalten. Hier spielt das Markenbewusstsein oder die Zugehörigkeit zu verschiedenen Gruppen eine wichtigere Rolle.
Das bedeutet, dass sich jedes Unternehmen und jede Marke insbesondere Handelsmarke sich mit seinen Zielgruppe genauer beschäftigen muss.
 
Folgende Themen sind beim Kaufverhalten der jungen Generation aufbauend auf den Ergebnissen der genannten Studien aus meiner Sicht essentiell:
 

Multi-Channel

Diese Käufergeneration ist auf “mehreren Kanälen” unterwegs und informiert sowie kauft nicht auf einem besonderen Kanal. Abhängig vom Produkt wird digital informiert und im stationären Handel eingekauft, manchmal auch andersrum oder nur digital. Daher ist es auch wichtig, genauer zu untersuchen, über welche Kanäle Jugendliche und junge Erwachsene auf die Produkte aufmerksam werden. Das Kaufverhalten ist jedoch deutlich digitaler als das der älteren Generationen.
 

On-Demand

Darauf aufbauend ist die Generation Z es durch Erziehung und auch gesellschaftliche Entwicklungen gewohnt, alles sofort zu Verfügung zu haben. Das bedeutet, dass diese Generation ungeduldig ist und es vorzieht das Produkt, eine Information sowie eine Beratung sofort zur Verfügung zu haben. Sollte ein anderes Unternehmen oder auch Ausbildungsbetrieb dabei schneller sein, erhält es Pluspunkte.
 

Individualität

Auch wenn gerne Produkte schnell und vom Band gekauft werden, ist es der jungen Käufergeneration wichtig, trotzdem ein individuelles Produkt zu haben. Das bedeutet, dass Produkte eine individuelle Note für jeden Käufer benötigen. 
 

Green Washing vs. Echte Nachhaltigkeit & Fairness

Die Möglichkeit sich über jedes Unternehmen, jede Marke und auch jeden Ausbildungsbetrieb innerhalb weniger Minuten umfangreich informieren zu können, ist dank des Internets und der Fülle der Informationen möglich. Sich als Unternehmen eine “nachhaltige Verpackung” zu geben und damit auf Dauer den Kunden damit beeinflussen zu wollen, wird zukünftig nur bedingt funktionieren. Mit wenigen Klicks ist offensichtlich, wie fair dein Unternehmen mit Mitarbeitern, Lieferanten und dem Thema Nachhaltigkeit umgeht.
 

Einfluss von Marke des Unternehmens/ Produkte auf Employer Branding

Schlussendlich hat die echte Nachhaltigkeit und Fairness im Umgang mit Mitarbeitern und Lieferanten eine Auswirkung auf das Employer Branding. Junge Arbeitsuchende entscheiden bei einem ihnen zu Füßen liegenden Arbeitsmarkt immer stärker danach, welches Image die Marke/ das Unternehmen hat, wie es im Internet über kununu und bei Facebook und Google for Jobs bewertet wird und was im Vergleich zu Mitbewerbern über es gesagt wird. Aktuell hat die Marke des Unternehmens bereits Einfluss auf das Employer Branding und noch nicht umgekehrt.
 
Unternehmen und Ausbildungsbetriebe, die diese Konsumentengruppe als eine wichtige Zielgruppe für Einkauf und als Mitarbeiter haben, sollten sich daher mit den oben genannten Punkten auseinandersetzen.
 
Schau dir das 17minütige Video mit weiteren Infos zum Thema an:
 

Für alle Podcast-Liebhaber ist das Audio auch unter den gängigen Podcasts unter “Ausbilder 4.0” zu finden oder direkt hier:

 

Claudia Schmitz hält regelmäßige Vorträge zu “Generation Z” und auch “Konsument 4.0”. Kürzlich erst für das Handelsmarken Forum 2020 beim Management Circle in Frankfurt.

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