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Neues Lernen in der Ausbildung bei der Netze BW

In diesem Podcast-Interview spricht Claudia Schmitz mit Martin Kupferschmid von der Netze BW über den Einsatz digitaler Technologien, wie VR und AR , in der Ausbildung und erfährt von den vielen Einsatzmöglichkeiten und möglichen Herausforderungen.

Martin Kupferschmid ist seit über 25 Jahren Ausbilder bei der Netze BW in Tuttlingen. Er selbst absolvierte damals die Ausbildung zum Elektrotechniker beim Vorgänger der Netze BW und machte anschließend dort seinen Meister. Heute liegt sein Fokus als Ausbilder besonders in der Implementierung neuer und digitaler Lehr- und Lernmethoden in der Ausbildung und er ist stets auf der Suche nach kreativen Möglichkeiten, die Ausbildung noch spannender zu gestalten.

Auch privat sieht er sich als sehr digitalen Menschen. Er probiert gerne Dinge aus, automatisiert viele Vorgänge im Alltag und lernt dadurch immer mehr neue Möglichkeiten kennen. Ein digitales Mindset zu entwickeln findet er dabei sehr wichtig.

Veränderung in der Ausbildung hinsichtlich Digitalisierung

Früher wurde in der Ausbildung mit keiner neuen Technologie gearbeitet und es gab lediglich zwei Computer, die nicht genutzt wurden. Als man aber anfing diese zu verwenden, konnte man sehr schnell erste Prozessoptimierungen sehen.

In den letzten 20 Jahren hat sich die Ausbildung aber stark verändert. Heute wird größtenteils auf Papier verzichtet und jeder Azubi besitzt ein Notebook für die Arbeit. Dort sind alle nötigen Arbeitsmaterialien und auch Lehrbücher gespeichert. Es gibt so die Möglichkeit, einige Aufgaben z.B. das Planen von Schaltschränken aus dem Homeoffice zu erledigen, was besonders während der Pandemie sehr hilfreich ist. Gebaut werden die Schaltschränke dann wieder im Betrieb.

Auch die Inbetriebnahme wird durch neue Technologien unterstützt. Vorher war es üblich, dass ein Ausbilder die Inbetriebnahme für mehrere Azubis durchführt, dadurch kam es regelmäßig zu einem Stau. Jetzt übernehmen die Azubis den Vorgang mittels AR-Brillen und einer eigenen App selbst. Die Brille zeigt dabei, die ganz normale Umgebung, ergänzt durch virtuelle Arbeitsanweisungen oder auch Prüf- und Messpunkte. So können die Azubis den Vorgang Schritt-für-Schritt selbst durchführen und lernen dabei die Abläufe.

Gibt es räumlich besondere oder gefährliche Herausforderungen wie beispielsweise eine Schaltung in einer Hochspannungsanlage oder im Offshore-Bereich, wird Virtual Reality (VR) für Trainings-Sessions verwendet. Dort werden dann ganze Räume virtuell nachgebaut, die dann mit einer VR-Brille zugänglich sind. So können verschiedene Szenarien ohne Risiken durchgespielt werden.

Gründe für die Einführung von neuen Technologien

Die Zeiten verändern sich, es gibt viele neue Technologien und auch die Azubis haben sich verändert. Heutige Azubis sind mit all diesen Dingen aufgewachsen und lernen durch verschiedenste Medien (Videos, Podcasts etc.) ganz anders als früher. Inhalte werden also nicht mehr auf Vorrat gelernt, sondern funktionieren projektorientiert deutlich besser.

Die Reaktion der Ausbilder*innen

Unter den Ausbilder*innen der Netze BW gab es verschiedene Reaktionen. Einige kamen sehr gut mit der neuen Technologie zurecht und konnten diese schnell einsetzen. Andere haben Herausforderungen Widerstände. Sie mussten erst den Mehrwert der Möglichkeiten verstehen und ihnen mussten die Ängste genommen werden.

Martin Kupferschmid sagt, dass sich die Rolle des Ausbilders ohnehin in die, eines Coaches entwickelt. Es geht heute viel mehr darum, den Azubi als Lernprozessbegleiter*in durch die Ausbildung zu begleiten.

Next steps bei der Ausbildung in der Netze BW

Parallel zur richtigen Ausbildung, sollen die virtuellen Räume erweitert werden, um möglichst viele Inhalte auch über das Ausbildungszentrum anzubieten. Dies ist besonders hilfreich, wenn ein Betrieb viele Standorte hat und nicht jeder Azubi die Möglichkeit hat, weite Strecken zurückzulegen.

Darüber hinaus arbeitet die Netze BW viel an der Wissenssicherung für die Zukunft. Ältere Mitarbeiter, die ein unentbehrliches Wissen über bestimmte Prozesse haben und demnächst den Betrieb verlassen, führen Arbeitsprozess-Protokolle in Form von Videos durch, die über eine Brille aufgenommen werden. Mittels einer KI werden die Videos dann in Anleitungen umgewandelt, die über einen QR-Code an der jeweiligen Maschinen abrufbar sind.

Tipps von Martin Kupferschmid, um mehr digitales Lernen in die Ausbildung zu integrieren:

1. Nur das etablieren, was mir einen Mehrwert für das Tagesgeschehen gibt.

2. Kolleg*innen/Ausbilder*innen diesen Mehrwert aufzeigen und ihnen die Zeit geben, sich mit der neuen Technologie zu befassen und diese in die Prozesse einzubringen.

3. Den Fokus auf ein digitales Mindset legen, das Denken innerhalb des Unternehmens verändern und auf den aktuellen Stand bringen.

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